Category: Caught in the Act

Die Vernissage „Caught in the Act“

Ein grossartiger Abend, ein grossartiges Fest! Einen riesigen Dank an die vielen grossartigen Besucher und einen noch riesigeren Dank an einen Abend voller Swing Musik von Daniel & Friends. In diesem Beitrag lasse ich die schönen Bilder, von Boris gemacht, sprechen.

Der Tag der Vernissage

Am Donnerstag, 7. September war es soweit. Wir übernahmen die leere Halle mit dem Ziel, „Caught in the Act“ um 18 Uhr zu eröffnen. Wir waren zu viert, die Halle war tatsächlich sehr leer und auch nach einigem Wirbeln waren wir uns nicht sicher, ob es auf den Abend klappen würde. Ein Bild zwei Stunden vor dem Start.

Aufwändig war die Installation der 39 Bahnhofsymmetrien, für welche Philipp von LightAttack fast durchgehend bis um 15 Uhr arbeitete. Drei Holzlatten die es zu schneiden und schwarz zu sprayen galt, ebensoviele mit Klebband abgedeckte Metallrohre die an der Decke befestigt würden um die Latten zu tragen und 78 sorgfältig eingeschlagene Nägel welche die grossartig von Hand ausgerichteten Bilder tragen.

Der Ort der Bahnhofsymmetrien und die am Boden ausgelegten Bilder leiteten Walter von LightAttack 16 LED-Scheinwerfer und sieben starke Halogen an der Decke an von ihm montierte Stangen aufzuhängen, zu verkabeln und auszurichten. Zudem hängte er die 16 Bilder an den Wänden mit je zwei Stahlkabeln an einen Kabelkanal oder an eine weitere Stange an der Decke.

In der Zwischenzeit schoben Iris und ich 42 Paletten in (eine noch zu definierende) Position, legten 12 Bilder drauf, installierten und deckten 3 Festtische mit je zwei Bänken, zahlreiche Stehtische für den Apéritiv und schoben die Lautsprecher der Band dreimal an einen neuen Ort. Nach vier Uhr kamen die Leute von Catering und die Musiker. Kurz noch die Beschriftungen der Bilder ankleben und als Philipp und Walter die Bilder mit Hilfe eines Lasers ausrichteten, schoben wir in Anwesenheit der ersten Gäste Gabelstabler, Rollgestelle hinter den Vorhang. Fünfzehn Minuten vor der offiziellen Eröffnung und alles hat herrlich geklappt.

Jazz meets Street Photography

Meine Jugendfreunde wissen, dass meine Eltern mir „Jazz beigebracht“ haben und ich als Jugendlicher, damals unpassend für mein Alter, für Monk, Ella, Hawkings oder Satchmo schwärmte. Umso schöner ist es für mich, dass ich als Teil des Geschenks der Partner, Swing Musik live bekomme. Und ihr alle, wenn ihr es an die Vernissage schafft.

Dani Solimine & Friends swingen am 7. September ab 18 Uhr die Lattich HALLE. Daniel Solimine, Jazzgitarrist aus Zürich, bildet mit seiner 7-saitigen Gitarre das swingende Rückgrat und zusammen mit Thomas König an der Trompete werden Swingnummern der 30iger und 40iger Jahre des vergangenen Jahrhundert von Count Basie, Duke Ellington und anderen Jazzern interpretiert.

Thomas & Dani laden zudem Musiker aus den Reihen von Namics und Musiker aus Thomas‘ Lindy Hop Band (sieht etwa so aus ;) zum Jam ein. Auch Gäste, die mitjammen wollen, sind willkommen!

Jazz meets Street Photography

Fotos aufhängen und ausleuchten

Der nächste grosse Punkt auf meiner Liste sind Licht und Hängung. Zwar darf ich in der Lattich Halle „alles tun“. Nachteil der Halle ist aber, dass es kaum Technik drin hat. Also muss ein Profi ans Werk und ich fragte sowohl Light Attack wie auch Scandola Light Audio Media an und bewegte mich nun in der Welt des OAS ;).

Eigentlich klar, aber erst in den Gesprächen wirklich bewusst, braucht jedes Bild eine Lampe und diese wieder eine Befestigung und Strom. Also genoss ich einen Schnellabrieb in Gerüst- und Traversenbau und der Tatsache, dass man an eine 220V Steckdose nicht so viele Schweinwerfer hängen kann. Also auch Stromverteilung, Stangen und Kabelbrücken. Alles sehr professionell, aber leider auch alles sehr aufwändig. Zudem muss alles innert einem halben Tag aufgebaut sein. Es wird ein grosses Team benötigt.

Und bei all dem hängt noch kein Bild an der Wand. Also noch mehr Rigging oder Schrauben in die Wand rein, ausgerichtet mit einer Laser Wasserwaage. Und die zusätzlichen Bilder am Boden. Und dann noch die tolle Idee mit den 39 Bahnhofsymmetrien vor dem Vorhang, schön ausgerichtet.

Währendem ich nun auf Aussagen zu den Kosten und auf Alternativen zu meinem Plan für die Hängung warte ich von der Zollverwaltung grad noch die MwSt-Rechnung für den Import der Bilder reingeschneit. Das Budget jubelt. Aber zumindest konnte ich Euch in diesem Post die wunderschöne Location zeigen.

Und jetzt die Abzüge wählen und erstellen

Morgen, Montag 7. August werden die Bilder (28 Fotos in 120 cm x 80 cm und 39 Fotos in 30 cm x 30 cm) nach St.Gallen geliefert. Wie fand ich den richtigen Weg?

Nach der Besichtigung der Halle hatte ich ein Gefühl für Grösse, aber noch keine Ahnung über Material, Druckverfahren und Hängung. Nach ein paar Minuten Google und zwei Tipps von Profis sprach ich die folgenden vier Labore per Mail und Telefon an: Gweder Art, TRICOLOR, Rund ums Bild und WhiteWall.

Also. Für Schwarzweiss-Bilder gibt es eigene Papier und Verfahren, damit „Farbigkeit“ und Kontrast auch stimmt. Chemisch (mit Laser belichtet und danach entwickelt) oder mit Inkjet bedruckt. Da das Papier ab Rollen provisioniert wird muss es aufgezogen werden, damit es sich an der Luft nicht wieder kringelt. Aufgezogen wird auf Alu oder auf PVC. Baumwollpapier (was man gerne haben würde) lässt sich aber darauf nicht aufziehen, da es das Silikon, welches als Leim benutzt wird, in sich aufzieht…

Und dann natürlich der Preis. Einigermassen gesetzt waren die oben genannten Grössen und je nach Umsetzung variieren die Preise massiv. So wurden inklusive Beratung durchaus auch mal tausend Franken pro Bild angesagt. Weil ich noch nicht wusste, was ich tun soll, habe ich bei WhiteWall zwei Testdrucke bestellt (mit Wasserzeichen preisreduziert), die auch bald da waren.

Zwei Testdrucke

Und dann kam Professor Zufall. Ich lungerte im Lumas-Shop rum, erfuhr dass WhiteWall zu ihnen gehöre und auch, dass gleich gegenüber vom Namics-Büro in Hamburg ein WhiteWall-Geschäft zu finden sei. Mit Beispielen aller Ausführungen und mit Beratung. Dort wurde ich von drei Mitarbeitern extrem freundlich beraten und habe an zwei Tagen über acht Stunden dort verbracht. Für Technik, Bildauswahl und auch zur Nachbearbeitung hatte ich sofort professionelle Hilfe. Auch war die ganze Logistik (bis in die Schweiz) 1a, sie gewährten mir einen Rabatt von 18%, ich bekomme einen Teil der MwSt erstattet und dank einem deutschen Kundenkonto profitierte ich von tieferen Preisen als bei WhiteWall in der Schweiz. Perfekt für mich und nochmals herzlichen Dank an die Leute im Shop in Hamburg!

Und Morgen, Montag 7. August werden die Bilder nach St.Gallen geliefert.

Was macht ein gutes Bild aus? Die Selektion

Mit dem Ziel 30 Bilder auszustellen, fragte ich mich Tag für Tag, was ein gutes Bild ausmacht. Nach einer gewissen Zeit orientiere ich mich an der Aussage: „Ein Bild muss eine Geschichte erzählen“. Eine schöne Komposition (ohne Geschichte) oder eine spannende Person (ohne Gedanken an vorher und nachher) genügen nicht.

Zur Auswahl standen über 600 Bilder und schon bald konnte ich diese nicht mehr sehen. Begonnen habe ich mit einem Punkte-System in Adobe Lightroom (3 = vielleicht, 2 = Kandidat und 1 = gewählt). Aber selbst nach mehreren Runden mit mir selbst hatte ich immer noch 150 Kandidaten und somit nicht wirklich eine Auswahl.

Bald konnte ich meine eigenen Bilder nicht mehr sehen und ich fand auch keine eindeutige Antwort, welches Foto „ausstellungswürdig“ ist. Bis heute nicht. Der nächste Schritt war also, die Bilder mit einem Laserdrucker auf Papier zu bringen und einigen Leuten, deren Auge ich traue, den Stapel vorzulegen. So auch Olga, unserer älteren Tochter, die sich auch ab und zu an eine Kamera wagt.

„Gelöst“ hat mein Problem dann der Zeitdruck. Nach meinem ersten Termin im Fotolabor musste ich die Daten innert 12 Stunden bereitstellen. Also nahm ich alle mindestens einmal als gut befunden Bilder und wählte in einem rotweinintensiven Prozess einen Stapel von 40 Bildern. Diese habe ich am nächsten Tag zusammen mit dem Labor auf 28 reduziert: Das wird jetzt also Ausstellung Caught in the Act.

PS: Am letzten Tag der Auswahl nahm ich dann noch meine Bahnhofssymmetrien dazu, doch das ist nochmals eine Geschichte für sich…

Das Abenteuer beginnt mit dem Geschenk

Ende Juni 2017, zu meinem Rollenwechsel nach 12 Jahren als CEO von Namics, übergaben mir meine Freunde und Partner ein grossartiges Geschenk: Eine Ausstellung meiner Street-Fotografien, die ich immer wieder Online publiziere (und noch mehr Bilder auf Flickr). Und so sah „das Geschenk“ aus.

Nicht nur war mein Widerstand damit gebrochen, die Bilder drucken zu müssen. Der 7. September stand als Termin für die Vernissage fest, die Lattich Halle in St.Gallen war für drei Tage gemietet und der Titel Caught in the Act war bereits geboren.

Nach einer kurzen Phase des Geniessens wurde mir bewusst, was das Geschenk für mich nun so in etwa zu tun gibt. Zwar hatten sich schon viele Leute bei Namics mit dem Thema auseinandergesetzt, doch irgendwie hatte ich, grad zum „Künstler“ mutiert, der sagen muss, wie es denn sein soll (oder es gleich selbst tut). Bevor ich die Lattich Halle gesehen hatte oder Bilder ausgewählt habe oder wusste was es heisst Fotos „ausstellungsfein“ zu machen habe ich die folgende Einladung skizziert (welche Tamara später „fertig“ gemacht und gedruckt hat).

Weiter geht es bald mit der Bildselektion, dem Abendteuer Fotolabor und, dass alles in so eine leere Halle rein muss.

Caught in the Act

Das Abenteuer beginnt mit dem Geschenk: Meine Freunde und Partner bei Namics schenkten mir zum internen Jobwechsel die Ausstellung Caught in the Act im Lattich in St.Gallen.

Vernissage ist am Donnerstag, 7. September um 18.00 Uhr

Ausstellung am Samstag 9. und Sonntag 7. September jeweils 10 bis 16 Uhr.